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<  Ästhetik und Kontent bewegter Bilder / Lichtdesign  ~  verantwortungslose gehirnwäsche?
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leinwandler
BeitragVerfasst am: Mo Nov 21, 2005 2:49 am  Antworten mit Zitat
Admin


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Anmeldungsdatum: 01.02.2005
Beiträge: 227
Wohnort: F-hain

in der heutigen multimedialen welt werden wir permanent von bilderfluten überrollt und regelrecht verschlungen und sicherlich auch mehr als gewollt manipuliert.
immer wieder hört man leute darüber schimpfen, dass medien wie fernsehen und film verantwortungslos und bis hin zum mangel an ethik und moral bilder zeigen, ohne sich dabei zu überlegen, welcher schaden damit angerichtet werden kann.
wir als videokünstler sollten nicht auf der selben schiene fahren, oder macht sich der eine oder andere überhaupt gedanken darüber?

unter welchen bedingungen wählt ihr euren videokontent aus?
hauptsache schön bunt? egal- sieht halt gut aus!?
sex - drugs - rock&roll? politik?
allzuhäufig sehe ich marschierende soldaten und wütende panzer - was haben die auf ner party zu suchen?

naja, mein videokontent ist bisher eher wahllos zusammengestellt- einfach weil ich finde, dass es ganz gut aussieht. aber mein ziel ist ein anderes. längerfristig möchte ich schon eine botschaft rüberbringen. aber dafür bin ich noch nicht lange genug vj, der ganze kontent muss ja erstmal produziert werden.......
bis dahin zeige ich was ich habe, ist nackte haut erlaubt? oder könnte da jemand, der oder die eigentlich nur feiern wollte, psychologischen schaden davontragen?


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kitsuka
BeitragVerfasst am: Mi Nov 23, 2005 8:12 am  Antworten mit Zitat



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Anmeldungsdatum: 20.06.2005
Beiträge: 29

also bei mir ist es so das ich ganz klar versuche eine beziehung zw. musik, raum,video und den leuten zu erzeugen was ich im algemeinen als atmosphere bezeichne.

wenn z.b. der knall harte d&b(techno) sound läuft finde ich es in ordnung wenn ich zu diesermusik auch heftige inhalte zum besten gebe .. . zu den wunderschönen klängen des kit klayton allerdings gleiten vögel übers meer . ...das kann man eben nur live mixen und sich von seinem gefühl leiten lassen ..


bei zwei vj's kann mann wunderbar die key'ing fx geschichten nutzen. wenn es aber mehrere beteiligte gibt dann muss man sich , denk ich , schon ein kleines konzept machen bzw. eben wirklich abwechseln ... da war doch die sache von fred glaub ich der meinte man sollte alle outputs auf einen mixer senden und dort macht ein einzelner den mix (regie).

trotzdem kann ich aus erfahrung sagen das es immer leute gibt die voll auf den moment abfahren und anderen ist es zu hart oder zu irgentwie .. als künstler ist man für das was man zum besten gibt selbst verantwortlich und sollte dem entsprechend dahinter stehen und sich nicht zu stark beeinflussen lassen..

---WAS MEINT IHR? ----
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fRED
BeitragVerfasst am: Mi Nov 23, 2005 8:54 am  Antworten mit Zitat



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Anmeldungsdatum: 26.04.2005
Beiträge: 78
Wohnort: New Delhi

so wie ich jam verstehe geht es dabei ja um improvisation in der gruppe. das meint den anderen mit seinem output zu respektieren und die eigene interpretation dazupacken. ein wechselspiel aus dominanz und dezenz. was in der musik funktioniert ist natürlich nicht ohne weiteres übertragbar, da der visuelle künstler nicht auf ein tradiertes regelwerk zurückgreifen kann, das ein gewisses maß an harmonie garantieren kann (wo ist den in resolume die e-moll taste). hingegen ist der inhaltsteil bei visuals viel transparenter, wenn ich ne nackte frau zeige ist da ne nackte frau, der musiker muß hoffen das der konsument vor dem inneren auge nackte frauen sieht.
bevor wir also in einer jam situation tatsächlich tolle sachen machen können müssen wir erstmal unsere sprache verstehen lernen und beobachten wie der rezipient sie wahrnimmt. bis dahin werden wir uns mit verschiedenen regelwerken hilfskonstruktionen bauen müssen. den rest macht dann könig zufall und unser grundgefühl für ästhetik.

für mich als einzelner steh schon immer kommunikation mit dem publikum im mittelpunkt. die musik auf sich wirken zulassen und im footagehaufen das richtige zusammenzuklicken. ob das gut gelingt ist meist sehr unterschiedlich. und wenn ich schlechte laune hab soll man das dem output ruhig ansehen.

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fRED | Digital ist besser!
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e
BeitragVerfasst am: Fr Dez 02, 2005 4:52 am  Antworten mit Zitat



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Anmeldungsdatum: 09.03.2005
Beiträge: 29
Wohnort: berlin

@ leini:
looooooogsn is nakte haut erlaubt. ich mach auf jeden fall oft sexy sachen rein. so ab sieben acht neun oder auch schon früher. kennick jarnüscht. arschwackeln is doch irgendwie sehr sexuell.

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atmosphere-developing, made in berlin
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Remy
BeitragVerfasst am: Sa März 15, 2008 12:17 pm  Antworten mit Zitat



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Anmeldungsdatum: 02.03.2008
Beiträge: 8
Wohnort: Berlin

Die Frage könnte auch sein: was erwartet das Publikum, und soll ich mich dazu anpassen? Daher die allererste Frage: für welches Publikum und vor allem für welche Umgebung arbeitest du? Ich mein': das Gefühl ist überhaupt nicht das Gleiche, wenn es in einer lauten Tanzparty in einem schäbigen Klub projiziert wird, oder in einer Luxuslounge, oder wenn man es sich am Schreibtisch am Computerbildschirm anschaut, oder im Sofa am Fernseher, oder auf einem ultramodernen Screen in einer total kühlen Galerie, wo eine strenge, schwarzbekleidete Galeristin ultrareichen Leuten im Anzug die ekelhafte Schreikunst eines extrem talentierten jungen Künstlers biederernst verkauft! Du wirst dich zwar immer ein bißchen anpassen, aber es wäre ein Wunder, wenn das selbe Bildmaterial alle Fälle abdecken könnte.


Ich habe lange nur für mich gearbeitet, und für den Computerbildschirm. Meine Werke waren also alle eher klein, witzig, ruhig aber kompliziert, zum relativ lange Schauen, wie man halt eine Website schaut. Dann habe ich mal Projektionen im Klub der Republik gemacht, und auf einmal hatte ich Lust, rhytmischere Sachen zu programmieren, damit es mit der Musik passt, mit viel direkteren Effekten, die man auch so nebenbei mitkriegt, und vor allem mit Bildern, die nicht verlangen, daß man sie lange studiert. (Ist mir noch nicht ganz gelungen - bin viel zu köpfig - im KdR gibt es jedesmal Leute, die wie fasziniert meine Programme schauen und weder arschwackeln (hihi wützig die automatische Ersetzung - ich schrieb t/anzen) noch sich unterhalten...) Dann bin ich in einer Produzentengalerie aufgenommen worden: das sind noch radikal andere Bedingungen, da muß man aufm Präsentationsblatt extrem köpfig sein, darf nur Sachen zeigen, die ultraernst geschaut werden können (sonst: pfui, nur dekorativ!), und darf aber nicht erwarten, daß die Leute mehr als 10 Sekunden vor einem Werk stehen. Eine Kundin möchte einen Beamer in ihrem Wohnzimmer installieren, und meine Werke abends als lebendige Deko projizieren - sie hat natürlich klare und strenge Vorstellungen, wie die Deko in ihrem Wohnzimmer auszusehen hat... Und jetzt will eine Fotogalerie Einzelbilder aus meinen Werken verkaufen - au weh, den Zufall so zu biegen, daß jedes einzelne generierte Bild so aussieht, daß man es verkaufen kann!

In all diesen Variationen verweigere ich 3 Sachen konsequent, und eine schaffe ich nicht.
- Ich schaffe es nicht, Film- bzw. Videotechniken wie Kamerabewegungen, Zooms und Schnitte zu verwenden; auf einer Seite hängt es daran, daß ich meine Werke nur programmiere und nicht aufnehme und schneide, und daß diese Techniken und ihre zufällige Verwendung ziemlich schwierig zu programmieren sind, und daß ich damit noch keinen Inhalt geschafft hätte; auf der Anderen Seite liegt es daran, daß ich allergisch gegen Fernsehen und Kino bin (ja, diese seltene Krankheit kommt vor).
- Als Programmierer kann man sehr schnell in der Technik ertrinken: mein Ziel ist definitiv nicht, die Grafikkarte bis zu ihren Grenzen zu nutzen, oder irgendwelchem Computerfotorealismus hinterherzurennen.
- ALLE offiziellen Kunsteinrichtungen verlangen AUSSCHLIEßLICH Kunst, die Sozialkritik übt oder sich über den Zustand der Welt skandalisiert (oder noch schlimmer: die Vergangenheit verarbeitet): da sage ich NEIN, Politik finde ich in der Zeitung, NICHT im Museum, und mache sie in der Wahlkabine, NICHT in meiner Kunst (Andere dürfen machen, was sie wollen, ich spreche da nur für mich).
- Ich mache KEINE Schrei- und Kackkunst, mein Ziel ist überhaupt nicht, Ekel oder Schrecken zu erregen (das verbindet sich mit dem vorigen Punkt: Ekelkunst gegen die Kriege oder Schreikunst gegen die Ungerechtigkeiten sind zur Zeit sehr beliebt) (Totenköpfe mit 14 OK, Soldaten, Bomben und Ruinen mit 19 OK, aber ich bin fast 40).


Im Bereich VJ ist also meine persönliche Antwort: ich passe mich den Vorstellungsbedingungen an, indem ich unter Anderen rhythmische, schnell zu begreifende Werke projiziere; aber ich passe mich nicht den Gewohnheiten oder den vermutbaren Erwartungen des Publikums an. Anders gesagt: aus den Gewohnheiten und Erwartungen der Umgebung übernehme ich die Züge, die meiner Inspiration helfen, aber eben nur diese.


Nackte Haut: schockiert in Westeuropa niemanden mehr, und macht die Moslems nur geil (weil der Koran es verbietet), also darfst du ruhig verwenden. Könnte aber schnell banal oder sogar vulgär werden, verlangt also Geschick.
Absolutes No-Go in einer Disko oder in einem Klub sind wahrscheinlich Bilder von Kindern. Jeder und vor allem jede mag Bilder von Kindern, aber nicht in einer Disko: man ist da, um alles zu machen, was in Anwesenheit von Kindern strengst verboten ist! (Bzw. um jemanden dazu zu finden.)

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Remy
BeitragVerfasst am: Sa März 15, 2008 2:24 pm  Antworten mit Zitat



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Anmeldungsdatum: 02.03.2008
Beiträge: 8
Wohnort: Berlin

Zitat:
fRED: da der visuelle künstler nicht auf ein tradiertes regelwerk zurückgreifen kann, das ein gewisses maß an harmonie garantieren kann


Höööö doch. Wenn du dafür sorgst, daß das Bild immer am Drittel geteilt wird (z.B. durch den Horizont oder durch eine senkrechte Kante) (eventuell alternativ genau in der Mitte), daß das Hauptmotiv (das, was am detailliertesten gezeichnet ist, oder das, was leuchtet) an einem Eckpunkt des mittleren Drittels steht (also z.B. 1/3 von oben und 1/3 von rechts), daß das Auge einer diagonalen Linie entlang geführt wird, daß die Farben im ganzen Bild nach der Regel 80% Hauptfarbe - 18% Kontrastfarbe - 2% Pepspunkten verteilt sind, und daß alle Gestaltungselemente ein Echo finden, klappt es immer. Es gibt gelungene Bilder und Videos, die diese Regeln nicht beachten, aber Bilder, die diese Regeln beachten, sind nie mißlungen.

Schau dir einfach das Hintergrundbild des Forums an! Es ist nur 2farbig also gelten die Regeln über Farben nicht, aber die Diagonale ist da, der genaueste Totenkopf ist 1/3 von unten und 1/3 von links (die Blume neben diesem Totenkopf ist geschickt mit starken Strichen vermischt, damit sie nicht mit zu viel Genauigkeit zum Hauptpunkt wird und diesen an eine unbalancierte Stelle setzt), die Totenköpfe, Blumen und Kuben werden wiederholt, und zwar in Gruppen, die einander in Echo antworten (2 hier, 1 da, wiederholt)... Wie im Zeichenschulbuch!

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